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Lefkada – zwischen Küste, Bergen und Ionischem Meer

vor 2 Tagen
9 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Tag

Blick von den Felsen auf Lefkada hinunter zu einem abgelegenen Strand mit intensiv türkisblauem Ionischen Meer.


Eine Insel mit vielen unterschiedlichen Seiten


Lefkada ist eine dieser Inseln, bei denen sich der erste Eindruck schnell verändert, sobald man etwas mehr von ihr sieht. Bekannt ist sie vor allem für ihre Strände an der Westküste, das intensive Blau des Ionischen Meeres und die steilen hellen Felsen. Doch schon nach einigen Fahrten über die Insel wird deutlich, dass Lefkada wesentlich vielfältiger ist.


Im Norden liegen Lefkada-Stadt und die große Lagune, im Osten geschütztere Buchten und lebhafte Hafenorte wie Nidri, während die Westküste offen zum Ionischen Meer liegt. Dazwischen erhebt sich ein überraschend bergiges Inselinneres mit kleinen Dörfern, Hochflächen, Olivenhainen und einer Vegetation, die sich unterwegs immer wieder verändert.


Wir haben Lefkada inzwischen sowohl im Frühjahr als auch in der Hauptsaison erlebt. Im April und Mai fühlte sich die Insel deutlich anders an als im Hochsommer. Vieles wirkte entspannter, an den Stränden und in den Orten war noch deutlich weniger los, und auch unterwegs auf der Insel war die Atmosphäre ruhiger. Gerade im Vergleich zu Juli und August haben wir diese Seite Lefkadas sehr genossen.



Kurzinfo: Lefkada


Ort: Ionische Inseln, westliches Griechenland

Ideal für: Strände, Küstenlandschaften, kleine Orte, Natur und Ausflüge ins Bergland

Gut zu wissen: Lefkada ist über eine bewegliche Brücke mit dem Festland verbunden und lässt sich deshalb ohne Fähre erreichen.

Beste Zeit: Wir haben die Insel im April und Mai deutlich ruhiger erlebt als im Juli und August.

Unfiltered Tipp: Nicht nur an der Küste bleiben. Schon eine Fahrt durch das bergige Inselinnere zeigt eine ganz andere Seite Lefkadas.

Standort: Lefkada – auf Google Maps ansehen



Ohne Fähre auf eine Ionische Insel


Eine Besonderheit Lefkadas zeigt sich schon bei der Anreise. Die Insel liegt so dicht am Festland, dass sie über eine bewegliche Brücke mit Akarnanien verbunden ist. Wer mit dem Auto kommt, fährt also direkt auf die Insel, ohne eine Fähre benutzen zu müssen.


Gleich hinter der Brücke beginnt eine Landschaft, die man leicht übersehen könnte, wenn man direkt Richtung Küste weiterfährt. Rund um Lefkada-Stadt liegen Lagunen, flache Feuchtgebiete und schmale Landstreifen zwischen Meer und Stadt.


Wir waren dort auch zu Fuß unterwegs und fanden gerade diesen Bereich überraschend ruhig. Die Landschaft wirkt stellenweise fast sich selbst überlassen. Zwischen Wasserflächen, niedriger Vegetation und Vögeln ist von den bekannten Strandbildern Lefkadas zunächst wenig zu sehen.




Lefkada-Stadt


Lefkada-Stadt ist klein genug, um sie gut zu Fuß zu erkunden. Schmale Gassen, kleine Plätze, Cafés, Tavernen und Geschäfte ziehen sich durch das Zentrum. Uns gefällt die Stadt vor allem wegen dieser Mischung: Sie ist lebendig, aber überschaubar, und hinter den größeren Straßen öffnen sich immer wieder kleine Gassen und ruhige Ecken.


Auch die Architektur fällt auf. Lefkada wurde in ihrer Geschichte immer wieder von starken Erdbeben getroffen. Viele ältere Gebäude wurden deshalb in einer besonderen, vergleichsweise leichten Bauweise errichtet. Noch heute sieht man Fassaden und Häuser, die sich deutlich von den typischen weißen Würfelhäusern unterscheiden, die man mit vielen anderen griechischen Inseln verbindet.


Vor der Stadt liegt die Festung Agia Mavra, die über Jahrhunderte eng mit der Geschichte Lefkadas verbunden war. Zusammen mit der Brücke und der Lagune bildet sie einen ungewöhnlichen Übergang zwischen Festland und Insel.



Zwei sehr unterschiedliche Küsten


Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen der West- und der Ostseite Lefkadas.


Die Westküste ist offen zum Ionischen Meer. Hohe, helle Felsen, kräftige Wellen und lange Strände bestimmen das Bild. Hier liegen einige der bekanntesten Strände der Insel, darunter Porto Katsiki, Egremni, Kathisma und Milos Beach.


Wir haben inzwischen mehrere Strände auf Lefkada kennengelernt, und obwohl sie alle Teil derselben Insel sind, hat jeder seine eigene Stimmung. Mal sind es die hohen Felsen im Hintergrund, mal eine kleinere Bucht oder einfach der weite Blick über das Ionische Meer. Auch Pefkoulia gehört zu den Stränden, die wir selbst inzwischen kennengelernt haben.


Die Ostküste wirkt dagegen geschützter. Das Meer ist häufig ruhiger, die Landschaft kleinteiliger und vor der Küste liegen mehrere kleinere Inseln. Häfen, Segelboote und Buchten gehören hier wesentlich stärker zum Bild.


Gerade dieser Wechsel macht Lefkada interessant. Eine Fahrt von einer Inselseite zur anderen kann die Landschaft innerhalb relativ kurzer Zeit deutlich verändern.




Agios Nikitas und Nidri


Agios Nikitas gehört zu den Orten auf Lefkada, die wir besonders mögen. Das Dorf ist überschaubar, die kleine Hauptgasse führt zwischen Tavernen und Geschäften hinunter zum Meer, und am Ende liegt ein kleiner Strand direkt im Ort.


Wir mögen gerade diese Mischung. Man kann durch den Ort laufen, etwas essen und anschließend direkt ans Wasser gehen, ohne dass alles weit auseinanderliegt. Im Frühjahr haben wir Agios Nikitas angenehm ruhig erlebt. In der Hauptsaison sieht das deutlich anders aus.


Nidri zeigt eine andere Seite Lefkadas. Hier gibt es die typische touristische Mischung aus Souvenirgeschäften, Cafés und Restaurants. Entlang der Hafenpromenade liegen Tavernen, Ausflugsboote und Fähren, während gegenüber die kleineren Inseln vor der Ostküste zu sehen sind.


Uns macht Nidri gerade wegen dieser Lebendigkeit Spaß. Es ist nicht der stille kleine Inselort, aber auch das gehört zu Lefkada.




Mit der Fähre weiter zu den Nachbarinseln


Obwohl man Lefkada selbst ohne Fähre erreicht, eignet sich die Insel gut als Ausgangspunkt für Fahrten zu anderen Ionischen Inseln.


Von Nidri verkehren kleine Autofähren nach Meganisi. Von Vasiliki bestehen saisonale Verbindungen nach Kefalonia und Ithaka. Je nach Verbindung können auch Fahrzeuge mitgenommen werden.


Die Fahrpläne ändern sich im Laufe des Jahres, deshalb lohnt es sich, die aktuellen Abfahrtszeiten immer kurz vor der Fahrt zu prüfen.


Gerade diese Kombination ist praktisch: Man erreicht Lefkada mit dem eigenen Auto vom Festland und kann von dort weiter auf kleinere oder benachbarte Inseln übersetzen.



Im Inselinneren wird Lefkada enger


Vom bergigen Inneren haben wir bisher längst nicht alles gesehen. Trotzdem merkt man schon beim Durchqueren einiger Dörfer, wie anders sich Lefkada hier anfühlt.


Die Straßen werden schmaler, die Dörfer liegen teilweise eng an den Hängen und manche Ortsdurchfahrten sind erstaunlich verwinkelt. Mit einem größeren Auto können solche Passagen schnell mühsam werden. Ein kleiner, wendiger Wagen ist im Inselinneren eindeutig angenehmer.


Auch die Entfernungen täuschen gelegentlich. Auf der Karte sieht vieles nah beieinander aus, doch Bergstraßen, Kurven und enge Ortsdurchfahrten sorgen dafür, dass eine Fahrt deutlich länger dauern kann als erwartet.


Dafür verändert sich unterwegs ständig die Landschaft. Olivenhaine, Wald, offene Hochflächen und bergige Abschnitte wechseln sich ab. Überhaupt ist uns auf Lefkada immer wieder aufgefallen, wie vielfältig die Vegetation der Insel ist.



Hoch über Lefkada


Eine unserer interessantesten Fahrten führte uns hinauf ins Bergland oberhalb von Englouvi. Auf dem Weg durchquert man teilweise eine offene Hochfläche, die mit den bekannten Küstenlandschaften Lefkadas kaum noch etwas gemeinsam hat.


In dieser Gegend liegt eine ehemalige Militär- und Kommunikationsanlage aus der Zeit des Kalten Krieges. Die verlassenen Gebäude wirken heute eigenartig inmitten der Berglandschaft. Wir fanden die Anlage selbst schon beeindruckend, aber mindestens genauso eindrucksvoll war die Aussicht von dort oben.


In der Nähe liegt auch die kleine Kirche Profitis Ilias. Sie steht noch auf unserer Liste. Von dort soll sich ein besonders weiter Blick über die Insel öffnen. Je nach Wetterlage soll man dort sogar auf tiefer liegende Wolken oder Nebelfelder hinunterschauen können.


Gerade solche Orte zeigen, wie wenig Lefkada auf ihre Strände reduziert werden kann.




Bergdörfer und Landwirtschaft


Orte wie Karya und Englouvi stehen für eine Seite Lefkadas, die an der Küste schnell in den Hintergrund gerät.


Karya ist unter anderem für seine traditionelle Stickerei bekannt. Englouvi liegt hoch im Bergland und ist eng mit dem Anbau der kleinen braunen Linsen verbunden, die zu den bekanntesten landwirtschaftlichen Produkten der Insel gehören.


Rund um die Bergdörfer findet man landwirtschaftlich genutzte Flächen, alte Wege und Spuren einer Zeit, in der die Landwirtschaft den Alltag auf Lefkada wesentlich stärker prägte.


Auch Wein, Olivenöl, Honig, Ladopita und die bekannte Salami von Lefkada gehören zu den Produkten und Spezialitäten, die mit der Insel verbunden sind.



Wasserfälle und Schluchten


Zwischen den Bergen verlaufen Wasserläufe und Schluchten. Am bekanntesten sind wahrscheinlich die Dimosari-Wasserfälle bei Nidri.


Wir waren dort im April, als reichlich Wasser durch die Schlucht floss. Der Weg zwischen großen Platanen, hellen Felsen und kleinen Wasserbecken hat uns dabei fast genauso gut gefallen wie der große Wasserfall selbst.


Dimosari zeigt noch einmal eine ganz andere Seite Lefkadas: schattiger, grüner und weit entfernt von den bekannten Bildern der offenen Westküste.




Kap Lefkatas am südlichen Ende der Insel


Auch Kap Lefkatas möchten wir noch selbst besuchen. Am äußersten Süden Lefkadas fallen helle Felsen steil zum Ionischen Meer ab. Heute steht dort ein Leuchtturm.


Der Ort spielte bereits in der Antike eine Rolle. In diesem Bereich befand sich ein Heiligtum des Apollo Lefkatas, und mit den Klippen verbinden sich verschiedene antike Überlieferungen. Auch die bekannte Geschichte, nach der sich die Dichterin Sappho hier aus Liebeskummer ins Meer gestürzt haben soll, gehört dazu. Historisch belegt ist diese Episode allerdings nicht.


Auch der Name Lefkada wird häufig mit den hellen beziehungsweise weißen Felsen dieses Kaps in Verbindung gebracht, wobei es unterschiedliche Erklärungen zur Herkunft des Inselnamens gibt.



Amente über der Westküste


Einer der Orte, die wir bei einem der nächsten Besuche selbst kennenlernen möchten, ist das Amente Restaurant & Cocktail Bar oberhalb der Westküste.


Schon die Lage macht neugierig. Von dort oben öffnet sich der Blick weit über das Ionische Meer, und besonders am Abend soll die Aussicht beeindruckend sein. Außerdem werden dort regelmäßig Abende mit Live-Musik angeboten.


Gerade die Kombination aus Aussicht, Abendstimmung, Essen und Musik interessiert uns. Ob es dort am Ende genauso schön ist, wie es auf Bildern und in Beschreibungen wirkt, können wir natürlich erst sagen, wenn wir selbst dort gewesen sind.



Eine Insel mit wechselvoller Geschichte


Lefkada blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits in der Antike gab es auf der Insel bedeutende Siedlungen. Später wurde die Festung Agia Mavra zu einem wichtigen politischen und militärischen Zentrum.


Über die Jahrhunderte wechselten die Herrschaften mehrfach. Unter anderem prägten Osmanen, Venezianer, Franzosen und Briten die Insel. Besonders die venezianische Zeit hinterließ deutliche Spuren.


Nach weiteren politischen Veränderungen gehörte Lefkada schließlich zu den unter britischem Schutz stehenden Ionischen Inseln. 1864 wurden die Ionischen Inseln mit Griechenland vereinigt.


Auch kulturell hat Lefkada einige bekannte Persönlichkeiten hervorgebracht. Einer von ihnen ist Aristotelis Valaoritis, dessen Name uns bereits im Zusammenhang mit den Dimosari-Wasserfällen begegnet ist. Er lebte zeitweise auf der kleinen Insel Madouri gegenüber von Nidri.



Lefkada im Frühjahr und im Hochsommer


Unsere Eindrücke von Lefkada unterscheiden sich inzwischen deutlich nach Jahreszeit.


Im April und Mai haben wir die Insel sehr entspannt erlebt. Vieles war bereits geöffnet, gleichzeitig waren Straßen, Orte und Strände noch wesentlich ruhiger. Man konnte spontan anhalten, durch einen Ort laufen oder an der Lagune spazieren, ohne ständig das Gefühl zu haben, dass alles voll ist.


Im Juli und August zeigt Lefkada dagegen eine andere Seite. Dann kann es besonders an der Küste, in bekannten Orten und auf den wichtigsten Straßen sehr voll werden. Parkplatzsuche, dichter Verkehr und längere Fahrzeiten gehören dann teilweise genauso zum Inselalltag wie Strand und Meer.


Uns ist außerdem aufgefallen, wie viel auf Lefkada gebaut wird, besonders in Küstennähe. Immer mehr Unterkünfte entstehen, während man in der Hauptsaison gleichzeitig merkt, wie stark Straßen, Parkmöglichkeiten und andere Teile der Infrastruktur belastet sind.


Das gehört für uns genauso zum Bild der Insel wie ihre schönen Seiten. Lefkada ist sehr beliebt, und im Hochsommer merkt man das deutlich.


Aus eigener Erfahrung können wir zumindest sagen, dass wir Lefkada im April und Mai wesentlich entspannter erlebt haben als im Juli und August.


Egremni Beach auf Lefkada mit hellem Kiesstrand, weißen Wellen und intensiv türkisblauem Ionischen Meer.


Was uns an Lefkada gefällt


Lefkada lässt sich nur schwer auf eine einzige Landschaft reduzieren. Da sind die großen Strände an der Westküste, die kleineren Häfen im Osten, Lefkada-Stadt und ihre Lagune, die engen Bergdörfer und die offenen Hochflächen im Inselinneren.


Uns gefällt gerade dieser Wechsel. An einem Tag steht man an einer steilen Küste über dem Ionischen Meer, wenig später fährt man durch ein verwinkeltes Bergdorf und am Abend sitzt man vielleicht zwischen Booten an einer Hafenpromenade.


Wir haben noch längst nicht alles auf Lefkada gesehen. Aber genau das gehört inzwischen auch zu unserem Bild der Insel. Selbst nach mehreren Aufenthalten gibt es immer noch Straßen, Dörfer und Landschaften, die wir erst noch kennenlernen möchten.


Und bei jedem weiteren Besuch entdecken wir wieder etwas, das wir vorher noch nicht kannten.



Praktische Hinweise für deinen Besuch


Anreise: Lefkada ist über eine bewegliche Brücke mit dem griechischen Festland verbunden. Für die Anreise mit dem Auto ist deshalb keine Fähre erforderlich.

Unterwegs auf der Insel: Ein Auto ist für viele Strände, Bergdörfer und abgelegenere Orte sehr praktisch. Im Inselinneren ist ein kleiner, wendiger Wagen wegen enger Straßen und verwinkelter Ortsdurchfahrten oft angenehmer.

Fahrzeiten: Entfernungen wirken auf der Karte teilweise kurz. Bergstraßen, Kurven und enge Ortsdurchfahrten können Fahrten jedoch deutlich verlängern.

Hauptsaison: Im Juli und August kann es besonders an bekannten Stränden, in Küstenorten und auf den wichtigsten Straßen sehr voll werden.

Frühjahr: Wir haben Lefkada im April und Mai deutlich ruhiger erlebt. Für uns war diese Zeit besonders angenehm.

Fähren: Von Nidri gibt es Verbindungen nach Meganisi, von Vasiliki saisonale Autofähren nach Kefalonia und Ithaka. Fahrpläne am besten immer aktuell prüfen.

Strände: Die Bedingungen unterscheiden sich deutlich. An der offenen Westküste können Wind und Wellen kräftiger sein als an der geschützteren Ostseite.

Bergland: Für Fahrten ins Inselinnere besser etwas mehr Zeit einplanen, als die reine Entfernung vermuten lässt.



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