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Dimosari Wasserfälle bei Nidri auf Lefkada

29. Aug.
7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 12. Sept.

Kleine Brücke über den Bach am Dimosari-Wasserfall auf Lefkada, umgeben von Felsen und dichter Vegetation.


Zwischen Platanen, Kalkstein und Wasser


Wer zu den Dimosari-Wasserfällen bei Nidri läuft, hat zunächst ein ziemlich eindeutiges Ziel vor Augen: den großen Wasserfall am Ende der Schlucht. Doch schon kurz nach dem Start wird deutlich, dass es sich lohnt, den Weg nicht einfach nur hinter sich zu bringen.


Große Platanen spenden Schatten, zwischen den hellen Felsen fließt Wasser, kleine Quellen treten am Wegesrand hervor und zwischen den Steinen öffnen sich immer wieder kleine Becken und ruhige Plätze. Das Plätschern des Wassers begleitet einen durch die ganze Schlucht, und auf dem gesamten Weg bleibt das Wasser in der Nähe.


Wer gemütlich geht, fotografiert und unterwegs immer wieder stehen bleibt, kann für den Weg vom Parkplatz bis zum großen Wasserfall gut eine halbe Stunde einplanen. Ohne längere Pausen geht es natürlich schneller, aber gerade die Pausen lohnen sich.


Denn wer nur auf den Wasserfall am Ende zuläuft, übersieht leicht, dass ein großer Teil dieses Ortes schon auf dem Weg dorthin liegt.




Kurzinfo: Dimosari Wasserfälle bei Nidri


Ort: oberhalb von Nidri auf Lefkada, im Dimosari-Tal bei Rachi

Ideal für: Natur, kurze Wanderungen, Fotografie, schattige Wege und eine andere Seite von Lefkada

Gut zu wissen: Die Wassermenge schwankt stark mit der Jahreszeit. Im Frühjahr ist die Chance auf einen gut gefüllten Wasserfall deutlich größer. Im Hochsommer kann der Dimosari wesentlich weniger Wasser führen. Der große Wasserfall ist etwa zwölf Meter hoch.

Beste Zeit: Frühjahr und früher Sommer – und möglichst am Morgen. Ende April führte der Dimosari reichlich Wasser und auch die kleineren Wasserläufe und Becken waren gut gefüllt.

Unfiltered Tipp: Geh nicht nur wegen des großen Wasserfalls hin. Nimm dir Zeit für die kleinen Wasserläufe, Becken, Felsen und schattigen Plätze unterwegs. Auf dem Rückweg lohnt es sich außerdem, noch etwas unter den großen Platanen am Café am Beginn des Weges sitzen zu bleiben.

Standort: Dimosari-Wasserfälle bei Nidri, Lefkada – auf Google Maps ansehen



Ein Weg, für den man sich Zeit nehmen sollte


Am Café unter den Platanen beginnt praktisch der eigentliche Fußweg in Richtung Wasserfall. Von dort führt der Weg immer weiter in die Schlucht hinein. Er ist gut ausgebaut, mit Stufen, Geländern und befestigten Abschnitten, trotzdem gibt es engere Passagen und felsige Bereiche, in denen etwas Aufmerksamkeit gefragt ist.


Unter den großen Platanen ist es wunderbar schattig. Das Licht fällt nur punktuell durch die Blätter und trifft auf die hellen Kalksteinfelsen der Schlucht. Gleichzeitig ist das Wasser immer präsent: Es läuft über kleine Felsstufen, sammelt sich zwischen den Steinen und sucht sich seinen Weg durch die Schlucht. Dazu kommt das gleichmäßige Plätschern, das den gesamten Spaziergang begleitet.


Wer unterwegs bewusst langsam geht und sich umsieht, entdeckt kleine Wasserbecken zwischen großen Felsen, Farne in feuchten Nischen und schmale Wasserläufe, die beim schnellen Vorbeigehen kaum auffallen würden. Man muss hier nicht ständig etwas Spektakuläres entdecken – es reicht, langsam zu gehen.




Der große Wasserfall am Ende der Schlucht


Natürlich kommt irgendwann doch der Moment, an dem der große Wasserfall vor einem auftaucht. Der Hauptwasserfall des Dimosari ist etwa zwölf Meter hoch. Zwischen steilen, hellen Felswänden fällt das Wasser in ein natürliches Becken, das je nach Licht und Wasserstand blaugrün bis türkis wirken kann.


Schon auf dem letzten Abschnitt ist der Wasserfall deutlich zu hören. Erst zwischen den hohen Felswänden öffnet sich schließlich der Blick auf das Becken und den Wasserfall darüber. Der große Wasserfall ist allerdings nicht die einzige Kaskade in der Schlucht.


Bereits vorher trifft man auf kleinere Wasserfälle und natürliche Becken. Ein kleinerer Wasserfall wird in lokalen Quellen Ronies – Ρονιές genannt. Auch dort sammelt sich das Wasser in einem natürlichen Becken, erst danach folgt der größere Dimosari-Wasserfall.


Gerade dadurch fühlt sich der Weg nicht wie ein bloßer Anmarsch zu einem einzigen Fotomotiv an. Das Wasser ist längst da, bevor man das eigentliche Ziel erreicht.




Ein Wasserfall mit zwei Gesichtern


Wer Fotos der Dimosari-Wasserfälle sieht, könnte leicht glauben, der Ort sehe immer so aus. Tatsächlich ist der Dimosari stark von Regen und Jahreszeit abhängig. Lokale Berichte zeigen deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Jahren: Nach trockenen Wintern kann bereits im Frühjahr weniger Wasser vorhanden sein, während regenreiche Monate den Bach und die Wasserfälle deutlich kräftiger werden lassen.


Im Hochsommer kann das Bild deshalb völlig anders aussehen als im Frühjahr. Dann kann aus dem kräftigen Wasserfall ein deutlich schmalerer Strom werden, und nach längeren trockenen Perioden kann die Wassermenge stark zurückgehen.


Das sollte man wissen, bevor man im August mit dem Bild eines rauschenden Frühlingswasserfalls im Kopf hierherkommt. Die Schlucht selbst verschwindet dadurch natürlich nicht. Die Platanen, die hellen Felsen und der Weg bleiben, aber das Wasser verändert die Atmosphäre dieses Ortes erheblich.



Ein Bach, der bis ins Meer weiterzieht


Dimosari ist nicht nur der Name der Wasserfälle. Der Wildbach kommt aus dem bergigen Inneren Lefkadas, fließt durch die Schlucht und zieht anschließend durch die Ebene von Nidri weiter in Richtung Meer. Unterwegs wird er von kleineren Wasserläufen gespeist.


Heute begegnet man ihm vor allem als Teil eines kurzen Naturausflugs. Früher konnte derselbe Bach allerdings eine ganz andere Kraft entwickeln. Davon gibt es eine ungewöhnlich anschauliche Beschreibung aus dem 19. Jahrhundert.



Als der Dimosari einen Baum bis nach Madouri trug


Im Januar 1866 hielt sich der lefkadische Dichter Aristotelis Valaoritis auf Madouri auf, der kleinen Insel vor Nidri. Während eines schweren Sturms beobachtete er, wie die gegenüberliegende Ebene von Ellomenos überschwemmt wurde.


Valaoritis beschreibt den Dimosari selbst als einen gewaltigen Wildbach, der aus den Bergen kam, große Steine und alte Bäume mit sich riss und die Ebene überflutete. Die Strömung war nach seiner Schilderung so stark, dass sie Material aus der Mündung des Dimosari hinaus ins Meer und bis nach Madouri trug. Unter dem angeschwemmten Material befand sich auch ein großer entwurzelter Baum.


Dieser Anblick inspirierte Valaoritis zu seinem Gedicht „Το ξεριζωμένο δέντρο“ – „Der entwurzelte Baum“. Den Zusammenhang erklärte er selbst in der Einleitung zu seinem Werk.


Wenn man heute durch die grüne Schlucht läuft und dem Wasser zwischen den Felsen zusieht, lässt sich diese gewaltige Seite des Dimosari kaum vorstellen. Und trotzdem handelt es sich um denselben Wasserlauf.



Eine Inschrift am Weg


Wer auf dem Weg zum Wasserfall aufmerksam hinsieht, entdeckt an einem der großen Felsen eine Marmortafel aus dem Jahr 1975. Sie erinnert an den sogenannten „Felsen des Argyris“ und verweist ausdrücklich auf die Werke von Aristotelis Valaoritis.


Dahinter steckt eine alte lokale Überlieferung. Im Bett des Dimosari soll sich das sogenannte „Kontri des Argyris“ befunden haben – jener Felsen, mit dem die Geschichte des 1827 getöteten Argyris Perdicaris verbunden wurde. Auch Valaoritis griff diese Erzählung in seinem Gedicht „Το ξεριζωμένο δέντρο“ auf.


Ob der heute bezeichnete Felsen tatsächlich jener Felsen ist, auf den sich die Überlieferung bezieht, lässt sich nicht sicher sagen. Schon Valaoritis beschrieb die Geschichte als Überlieferung. Die kleine Tafel zeigt aber, wie lange diese Erzählung am Dimosari lebendig geblieben ist.




Wasser, das früher gebraucht wurde


Wasser war auf Lefkada früher nicht einfach nur Teil einer schönen Landschaft. Wo ausreichend fließendes Wasser vorhanden war, wurden Wassermühlen betrieben, um Getreide zu mahlen. Auch im Bereich des Dimosari gibt es Hinweise auf die frühere Nutzung des Wassers.


Heute kommen Menschen hierher, um zu laufen, zu fotografieren, die Kühle der Schlucht zu genießen oder im Wasser zu baden. Früher war Wasser dagegen vor allem eine Ressource und gehörte zur Landwirtschaft und zum täglichen Leben.


Dieser Gedanke passt erstaunlich gut zu einem Ort, der heute fast ausschließlich als Naturausflugsziel wahrgenommen wird.



Jackie Kennedy auf dem Weg zum Wasserfall


Auch aus der jüngeren Geschichte gibt es eine kleine Episode, die man hier zunächst kaum erwarten würde. Aus dem Jahr 1968 existiert eine lokale Aufnahme von Jackie Kennedy und Christina Onassis, die auf Eseln zu den Wasserfällen von Dimosari unterwegs waren.


Nach der überlieferten Familiengeschichte kamen die beiden auf ihrem Weg am Haus der Familie Konidaris im Gebiet Dimosari vorbei. Dort soll die damals 17-jährige Stratoula den beiden eine traditionelle Spezialität aus Lefkada angeboten haben: Ladopita, einen Ölkuchen.


Damals führte die Straße noch nicht so weit hinauf wie heute und ein Besuch der Wasserfälle sah entsprechend anders aus. Heute fährt man bis in die Nähe des Eingangs und läuft von dort durch die Schlucht.


Dass Jackie Kennedy und Christina Onassis denselben Weg einmal auf Eseln zurücklegten, ist eine dieser kleinen Geschichten, die einem Ort plötzlich eine weitere Ebene geben.



Zurück unter die Platanen


Direkt am Beginn des Fußwegs liegt ein kleines Café unter großen Platanen, an dem man auf dem Weg zu den Wasserfällen automatisch vorbeikommt. Auf dem Hinweg geht es zunächst weiter in Richtung Schlucht, auf dem Rückweg bietet sich der Platz umso mehr für eine Pause an.


Unter den großen Bäumen ist es angenehm schattig und ruhig. Nach dem Weg durch die Schlucht kann man hier noch etwas trinken, sitzen bleiben und den Ausflug langsam ausklingen lassen. Es ist einer dieser Plätze, an denen man nicht das Gefühl hat, sofort weiterfahren zu müssen.




Ein Ort, an dem der Weg nicht nebensächlich ist


Der große Wasserfall ist ohne Frage das Ziel. Aber der Dimosari besteht nicht nur aus diesem einen Bild. Da sind die hellen Kalksteinfelsen, das Wasser zwischen den Steinen, die kleinen Becken und ruhigen Plätze, an denen es sich lohnt, für einen Moment stehen zu bleiben.


Dazu kommen die großen Platanen, das wechselnde Licht darunter und vor allem das Plätschern des Wassers, das einen durch die ganze Schlucht begleitet. Am Ende wartet noch der schattige Platz unter den Bäumen.


Wer nur schnell zum Wasserfall und wieder zurückläuft, sieht vor allem das Ziel. Wer sich etwas mehr Zeit nimmt, entdeckt auch den Weg dorthin.


Felsformationen in der Dimosari-Schlucht auf Lefkada mit schmalem Wasserlauf zwischen steilen Felswänden.


Praktische Hinweise für deinen Besuch


Anreise: Von Nidri führt die Straße landeinwärts in Richtung Rachi und Dimosari. Der Zugang zu den Wasserfällen liegt ungefähr vier Kilometer vom Küstenort entfernt. Mit dem Auto kommt man bis in die Nähe des Beginns des Fußwegs.

Parken: Im Bereich vor dem Fußweg gibt es Parkmöglichkeiten. Von dort geht es zu Fuß weiter in die Schlucht.

Gehzeit: Mit gemütlichem Tempo, Fotostopps und kleinen Pausen kann man für den Weg vom Parkplatz bis zum großen Wasserfall etwa 30 Minuten einplanen. Wer ohne längere Unterbrechungen läuft, wird wahrscheinlich schneller sein.

Weg: Der Weg ist gut ausgebaut. Trotzdem gibt es schmalere Passagen, Stufen und Felsen. Bei Nässe können einzelne Abschnitte rutschig sein. Feste Schuhe sind deshalb sinnvoll.

Beste Tageszeit: Möglichst früh kommen. Der Weg wird teilweise recht schmal und fast alle Besucher haben dasselbe Ziel. Am Morgen ist es ruhiger, man kann leichter stehen bleiben und hat bessere Chancen auf Fotos ohne viele Menschen.

Wassermenge: Wer den Wasserfall mit möglichst viel Wasser erleben möchte, hat im Frühjahr normalerweise die besseren Chancen. Nach längeren trockenen Perioden kann die Wassermenge im Sommer deutlich zurückgehen.

Baden: In den natürlichen Becken wird gebadet. Das Wasser ist allerdings sehr kalt. Auf feuchten Felsen sollte man besonders vorsichtig sein.

Eintritt: Der Zugang zu den Wasserfällen ist frei.

Sicherheit: Der Weg führt durch eine natürliche Schlucht mit steilen Felswänden. Aktuelle Warnhinweise und Beschilderungen vor Ort sollte man deshalb beachten. Auf feuchten Felsen und in engeren Passagen ist ebenfalls etwas Vorsicht sinnvoll.

Café: Das kleine Café liegt direkt am Beginn des Fußwegs. Man kommt auf dem Hin- und Rückweg automatisch daran vorbei. Unter den großen Platanen lässt sich der Besuch anschließend angenehm ausklingen.



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