Egremni Beach auf Lefkada – der lange Weg hinunter ans Meer

Schon der Weg gehört zu Egremni
Egremni gehört zu den Stränden auf Lefkada, bei denen man das Meer lange sieht, bevor man es erreicht. Von weit oben fällt der Blick zwischen Pinien und hellen Felsen immer wieder hinunter zur Küste. Dort unten zieht sich ein langer heller Strand entlang, davor dieses auffällige Türkis des Ionischen Meeres.
Wir waren im Juli 2024 dort und sind bewusst früh am Morgen losgefahren. Zu dieser Zeit waren die Temperaturen noch angenehm für den Weg nach unten, und auch unterwegs war es noch vergleichsweise ruhig.
Schon während des Abstiegs wurde klar, dass bei Egremni nicht nur der Strand selbst beeindruckt. Die Straße zieht sich weit den Hang hinunter, hinter jeder Kurve verändert sich der Blick und das Meer kommt langsam näher. Gerade dieser Weg gehört für uns inzwischen fest zur Erinnerung an Egremni.
Kurzinfo: Egremni Beach auf Lefkada
Ort: Südwestküste von Lefkada, unterhalb von Athani
Ideal für: lange Strandtage, eindrucksvolle Küstenlandschaften, Schwimmen und Fotografie
Gut zu wissen: Der Zugang über Land hat sich seit dem Erdbeben von 2015 mehrfach verändert. Vor einem Besuch sollte die aktuelle Situation deshalb geprüft werden.
Beste Zeit: Im Hochsommer lohnt sich ein früher Start, wenn die Temperaturen beim Abstieg noch angenehmer sind und es am Strand meist noch ruhiger ist.
Unfiltered Tipp: Nimm dir auch auf dem Weg nach unten Zeit für die Aussicht. Zwischen Bäumen und Kurven öffnen sich immer wieder neue Blicke auf die Küste und das auffällig türkisfarbene Meer.
Standort: Egremni Beach auf Lefkada – auf Google Maps ansehen
Vom Parkplatz geht es zu Fuß weiter
Mit dem Auto konnten wir bis zu einem größeren kostenpflichtigen Parkplatz fahren. Ab dort begann der Weg zum Strand.
Am Zugang zur gesperrten Straße befand sich damals ein kleiner Kiosk, an dem es Kaffee, Getränke und Snacks gab. Von dort ging es zu Fuß auf der asphaltierten Straße weiter bergab. Kurz vor der Treppenanlage gab es außerdem eine kleine Taverne, an der man ebenfalls Getränke und Proviant kaufen konnte.
Gerade dieser erste Teil des Weges hat uns sehr gefallen. Die Straße windet sich in Kurven den Hang hinunter und zwischen den Bäumen öffnet sich immer wieder der Blick auf das Meer. Mit jedem Stück, das man tiefer kommt, verändert sich die Perspektive.
Von oben wirkt Egremni fast unwirklich weit entfernt. Helle Felswände, der schmale Strand darunter und dieses intensive Türkis bilden einen starken Kontrast. Gleichzeitig bekommt man während des Abstiegs ein gutes Gefühl dafür, wie viel Höhe zwischen der Straße und dem Meer liegt.
Mehr als 400 Stufen bis zum Strand
Am Ende der Straße beginnt die Treppenanlage mit mehr als 400 Stufen hinunter zum Strand. Die Treppe machte auf uns einen intakten Eindruck und wir empfanden sie als gut gesichert. Der Abstieg selbst war angenehm zu gehen, vor allem weil wir früh unterwegs waren und die Hitze noch nicht so stark war.
Je tiefer man kommt, desto größer wirken die Felswände. Irgendwann verschwindet der Blick von oben und aus dem Strand weit unter einem wird eine Landschaft, in der man selbst steht.
Unten verteilt sich alles
Erst am Strand bekommt man ein richtiges Gefühl dafür, wie lang Egremni tatsächlich ist. Die Küste zieht sich weit unter den hellen Felswänden entlang, und gerade diese Länge verändert die Atmosphäre.
Egremni war durchaus gut besucht. Trotzdem hatten wir zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, an einem überfüllten Strand angekommen zu sein. Wir gingen nur ein Stück weiter, suchten uns einen Platz und waren dort praktisch für uns allein.
Das ist einer der großen Unterschiede zu kleineren Buchten. Selbst wenn viele Menschen nach Egremni kommen, verteilen sie sich auf einer großen Fläche.
Der Strand besteht aus hellem Sand, Kies und kleinen Steinen. Zusammen mit den hellen Felswänden trägt das dazu bei, dass das Wasser je nach Licht fast milchig türkis wirken kann.
Und aus der Nähe war diese Farbe für uns noch eindrucksvoller als während des Abstiegs.
Türkis bedeutet nicht automatisch ruhiges Meer
An unserem Tag war das Ionische Meer deutlich in Bewegung. Es war wunderschön anzusehen und wir waren natürlich auch im Wasser, aber Egremni ist kein Strand, an dem man die Bedingungen einfach ignorieren sollte.
Die Westküste Lefkadas liegt offen zum Ionischen Meer. Das Wasser wird relativ schnell tief und bei Wind können kräftige Wellen entstehen. Wie ruhig der Strand auf einem Foto aussieht, sagt deshalb wenig darüber aus, wie das Meer tatsächlich vor Ort ist.
Für uns gehört genau das zu Egremni. Das Meer ist ein großer Teil dessen, was diesen Ort so eindrucksvoll macht – man sollte ihm aber auch mit entsprechendem Respekt begegnen.
Ein Erdbeben hat Egremni verändert
Dass die Anreise heute so ungewöhnlich ist, hängt eng mit einem Ereignis zusammen, das die gesamte Südwestküste Lefkadas verändert hat.
Am 17. November 2015 wurde Lefkada von einem starken Erdbeben mit einer Magnitude von etwa 6,5 getroffen. Besonders stark waren die geologischen Auswirkungen an der West- und Südwestküste. Rund um Egremni kam es zu großen Felsstürzen und Erdrutschen; wissenschaftliche Untersuchungen ordnen diesen Küstenabschnitt den besonders stark betroffenen Bereichen zu.
Große Teile der steilen Felswand rutschten ab und Material stürzte bis auf den Strand. Auch der damalige Zugang wurde schwer beschädigt.
Die Veränderungen endeten nicht unmittelbar nach dem Erdbeben. Untersuchungen der folgenden Jahre zeigten, dass sich die Felswand weiter zurückbildete und weiterhin Material aus den Hängen nachrutschte. Egremni ist also keine unveränderliche Kulisse. Die Küste wird bis heute von Tektonik, Erosion, Niederschlägen und Hangbewegungen geprägt.
Das macht den Strand im Nachhinein noch interessanter. Die hohen hellen Wände sind nicht nur der Hintergrund für das bekannte türkisfarbene Wasser, sondern Teil einer Landschaft, die sich immer wieder verändert.
Wie sieht der Zugang heute aus?
Gerade bei Egremni ist es wichtig, unsere Erfahrung nicht einfach auf die heutige Situation zu übertragen.
Der Landzugang hat in den vergangenen Jahren immer wieder Fragen aufgeworfen. Bei einer Sitzung des Gemeinderats wurde im Mai 2025 erklärt, dass die Zufahrtsstraße weiterhin offiziell geschlossen sei. Dabei wurden unter anderem Sicherheitsprobleme, Hangrutschungen und noch nicht erfüllte Voraussetzungen für eine reguläre Freigabe genannt.
Im Februar 2026 wurden nach starken Regenfällen und Steinschlag erneut Schäden an Teilen der Treppenanlage gemeldet. Trotzdem wurde die Strecke im Sommer 2026 wieder von vielen Besuchern genutzt. Eine eindeutige offizielle Mitteilung über eine vollständige Freigabe konnten wir jedoch nicht finden.
Aktuelle Besucherberichte beschreiben weiterhin den längeren Fußweg und die rund 400 Stufen hinunter zum Strand.
Deshalb würden wir vor einem Besuch immer noch einmal prüfen, wie die Situation aktuell aussieht, und vorhandene Sperrungen oder Hinweise vor Ort beachten.
Mit dem Boot nach Egremni
Wer den Landweg nicht gehen möchte oder wenn der Zugang nicht möglich ist, kann Egremni in der Sommersaison auch vom Meer aus erreichen.
Ausflugsboote fahren unter anderem von Nidri und Vasiliki an die Westküste. Auch offizielle Informationen zur Insel nennen beide Orte als Ausgangspunkte für Bootsfahrten nach Egremni.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Der lange Weg und die Treppen entfallen. Dafür ist man an den Fahrplan und die Aufenthaltszeit des jeweiligen Bootes gebunden. Außerdem können Wetter und Wellengang an der offenen Westküste Einfluss auf die Route haben.
Für uns war gerade der Weg von oben ein wichtiger Teil des Erlebnisses. Mit dem Boot erlebt man Egremni dagegen aus einer ganz anderen Perspektive.
Was uns von Egremni geblieben ist
Natürlich erinnern wir uns an das Wasser. Dieses fast milchige Türkis vor den hellen Felsen ist schwer zu vergessen.
Mindestens genauso präsent ist aber der Weg dorthin. Die ersten Blicke zwischen den Bäumen, die Straße tief unter uns, die sich ständig verändernde Aussicht und schließlich die vielen Stufen bis zum Strand.
Egremni ist für uns deshalb nicht einfach nur ein schöner Strand auf Lefkada. Die Höhe, die offene Küste, das bewegte Meer, die langen Felswände und der Weg hinunter gehören genauso zu diesem Ort wie das Wasser selbst.
Und gerade weil sich die Landschaft hier nicht statisch anfühlt, sondern sichtbar von Naturkräften geprägt ist, bleibt Egremni noch einmal auf eine andere Weise in Erinnerung.

Praktische Hinweise für deinen Besuch
Aktueller Zugang: Der Zugang über Land hat sich in den vergangenen Jahren mehrfach verändert. Vor der Fahrt den aktuellen Status prüfen und vorhandene Sperrungen beachten.
Früh starten: Im Hochsommer ist ein früher Start angenehm, weil die Temperaturen beim Abstieg noch niedriger sind und es am Strand oft ruhiger ist.
Parken: Oberhalb des Fußwegs gab es bei unserem Besuch einen größeren kostenpflichtigen Parkplatz. Preise und Parksituation können sich ändern.
Fußweg: Zwischen Parkplatzbereich und Treppe liegt ein längerer, deutlich abschüssiger asphaltierter Abschnitt. Danach folgen mehr als 400 Stufen. Der Rückweg über dieselbe Strecke kann im Hochsommer entsprechend anstrengend sein.
Wasser: Ausreichend Trinkwasser mitnehmen. Auf Kiosk, Taverne oder andere Angebote unterwegs sollte man sich nicht verlassen.
Sonnenschutz: Sonnencreme, Kopfbedeckung und ein eigener Sonnenschirm oder anderer Schattenspender sind besonders im Hochsommer sinnvoll.
Gepäck: So wenig wie möglich mitnehmen. Alles, was hinuntergetragen wird, muss später wieder nach oben.
Schuhe: Für Straße und Treppen sind bequeme, sichere Schuhe wesentlich angenehmer als reine Strandschuhe.
Felswand: Nicht direkt unter den steilen Felsen lagern und vorhandene Absperrungen oder Hinweise beachten.
Meer: Die Bedingungen an der offenen Westküste können sich schnell verändern. Bei kräftigen Wellen entsprechend vorsichtig sein.
Boot: Saisonale Bootsfahrten nach Egremni starten unter anderem in Nidri und Vasiliki. Fahrplan und Route vorher aktuell prüfen.
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